Gro­ße klei­ne Spra­che Jiddisch

Das aktuelle Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ist ein idealer Anlass, um ungehobene Schätze der jiddischen Literatur zu entdecken. Von

"Jüdische Hochzeit" von Issachar Ber Rybak (Detail einer Lithographie, Paris 1932), Quelle: S. Klingenstein
Es gibt etwa 7000 Spra­chen auf der Welt, doch nur ein win­zi­ger Bruch­teil davon wird ins Deut­sche über­setzt. In die­ser Rubrik inter­view­en wir Men­schen, die Meis­ter­wer­ke aus unter­re­prä­sen­tier­ten und unge­wöhn­li­chen Spra­chen über­set­zen und uns so Zugang zu wenig erkun­de­ten Wel­ten ver­schaf­fen. Alle Bei­trä­ge der Rubrik fin­det ihr hier.

Wo und wie haben Sie Jid­disch gelernt?

Im Früh­jahr 1980 wur­de ich von Max Majer Spre­cher, einem Über­le­ben­den von Sach­sen­hau­sen, Ausch­witz und Dach­au, in die Spra­che ein­ge­führt. Er bot an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg einen Jid­disch-Kurs für Ger­ma­nis­ten an. Herr Spre­cher starb im Juni und ich ließ den Faden wie­der fallen.

Im Herbst 1982 stu­dier­te ich jid­di­sche Lyrik bei Mil­ton Hin­dus an der Brand­eis Uni­ver­si­ty. Doch erst 1987, an der Har­vard Uni­ver­si­ty, traf ich in der jüdi­schen Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on Hil­lel auf eine Grup­pe jun­ger Leu­te, deren Eltern zu Hau­se Jid­disch gespro­chen hat­ten. Sie selbst hat­ten sich meist den Zwän­gen der kul­tu­rel­len Anpas­sung gebeugt und Eng­lisch vor­ge­zo­gen. Sie tra­fen sich nun ein­mal in der Woche, um jid­di­sche Lite­ra­tur zu lesen und dar­über zu spre­chen. Es waren immer auch jid­di­sche Mut­ter­sprach­ler anwe­send. Der Kreis wur­de vom Stu­den­ten-Rab­bi­ner Ben-Zion Gold gelei­tet, der im Ghet­to von Radom inter­niert gewe­sen war. Er schenk­te mir, weil ich deut­sche Doku­men­te für ihn ins Eng­li­sche über­setz­te, kom­plet­te Aus­ga­ben der jid­di­schen Erzäh­ler Scholem Ale­jchem und Isaak Leib Perez. Ich habe dann sehr viel gele­sen, zuerst mit Wör­ter­buch. Als im Inter­net immer mehr Vide­os in jid­di­scher Spra­che zugäng­lich wur­den, habe ich auch viel gehört: aka­de­mi­sche Vor­trä­ge, Inter­views, Pre­dig­ten, Tal­mud-Inter­pre­ta­tio­nen. Wäh­rend der COVID-19-Pan­de­mie hat­te ich über Zoom end­lich die Mög­lich­keit, beim bes­ten Jid­disch-Leh­rer der Welt, Yits­khok Nibor­ski, in Paris zu stu­die­ren. Da Jid­disch so unge­mein viel­fäl­tig ist und das Voka­bu­lar sehr stark von der kul­tu­rel­len Nische bestimmt wird, in der ein Leh­rer, Schrift­stel­ler, Rab­bi oder Akti­vist lebt, ler­ne ich stän­dig hinzu.

Was ist Jiddisch?

Jid­disch war die Spra­che der asch­ke­na­si­schen Juden. Asch­ke­nas war seit dem 11. Jahr­hun­dert die rab­bi­ni­sche Bezeich­nung für Deutsch­land. Der Sprach­wis­sen­schaft­ler Max Wein­reich ver­trat die The­se, Jid­disch sei im Rhein-Mosel-Gebiet ent­stan­den und mit den Juden ste­tig Rich­tung Osten gewan­dert. Heu­te sieht man die Anfän­ge des Jid­di­schen eher im bai­risch-böh­mi­schen Raum. Die Grund­struk­tu­ren des Jid­di­schen sind dem Deut­schen nah ver­wandt; doch gibt es gram­ma­ti­sche Ele­men­te aus sla­wi­schen Spra­chen und dem Hebräi­schen. Wie das Eng­li­sche und Deut­sche absor­bier­te auch das Jid­di­sche unzäh­li­ge Wör­ter aus ande­ren Spra­chen. Da Juden schon im 10. Jahr­hun­dert in ganz Euro­pa, von Metz bis Kiew, als Händ­ler aktiv waren und im Mit­tel­al­ter gera­de um Bischofs­sit­ze wie Spey­er, Worms, Mainz, Köln und schließ­lich Augs­burg, Regens­burg und Prag jüdi­sche Gemein­den ent­stan­den, kann man sich durch­aus vor­stel­len, dass Vari­an­ten des Deut­schen über gro­ße Distan­zen hin­weg als lin­gua fran­ca dien­ten. Ent­schei­dend ist das 18. Jahr­hun­dert, in dem die west­jid­di­sche Vari­an­te nahe­zu völ­lig ver­schwand, weil die Juden, wie Moses Men­dels­sohn ihnen ans Herz leg­te, zum Deut­schen wech­sel­ten, wäh­rend die ost­jid­di­sche Vari­an­te erblüh­te, weil die Juden in Polen und im Rus­si­schen Reich poli­tisch iso­liert in ihrer eige­nen kul­tu­rel­len Enkla­ve leben mussten.

Vor dem Ers­ten Welt­krieg gab es etwa elf Mil­lio­nen Jid­disch-Spre­cher; im Jahr 1996 wur­de die Zahl auf zwei Mil­lio­nen geschätzt. Im Jahr 2020 sind es etwa eine Mil­li­on. Die größ­ten Spre­cher­grup­pen sind die Chas­si­dim und Ultra­or­tho­do­xen, die sich aus tra­di­tio­nel­len Grün­den einer Vari­an­te des Jid­di­schen bedie­nen. In Nord­ame­ri­ka und Isra­el (aber zum Bei­spiel auch in Bue­nos Aires) gibt es außer­dem eine akti­ve Kul­tur­sze­ne für jun­ge Leu­te (Thea­ter, Film, Feri­en­la­ger, Musik).

Wie sieht die jid­di­sche Lite­ra­tur­sze­ne aus?

Es gibt noch immer jid­di­sche Schrift­stel­ler. Zu den inter­es­san­tes­ten gehört der 1951 in der Ukrai­ne gebo­re­ne Micha­el Fel­sen­baum, der in Isra­el lebt. Doch die letz­te gro­ße Pha­se der jid­di­schen Lite­ra­tur, das sil­ber­ne Zeit­al­ter der Erin­ne­rung und Restau­ra­ti­on nach 1945, ging 2010 mit dem Tod des noch im Wil­na­er Ghet­to inhaf­tier­ten gro­ßen Dich­ters Abra­ham Sutz­ke­ver zu Ende. Die jid­di­sche Lite­ra­tur­sze­ne ist also im Wesent­li­chen ein Phä­no­men der Ver­gan­gen­heit. Erst­mals gedruckt wur­de Jid­disch im 16. Jahr­hun­dert (in Prag 1526, in Isny 1541, in Augs­burg 1543, in Vene­dig 1545). Zwi­schen 1865 und 1941 ent­stan­den tau­sen­de von Wer­ken und es begann auch ihre lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Erfas­sung. Der Holo­caust und Sta­lins Ver­fol­gung der Juden und die Unter­drü­ckung ihrer Kul­tur mach­ten all das zunichte.

Wir ste­hen noch heu­te vor einem rie­si­gen Scher­ben­hau­fen, aus dem Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler und Über­set­zer hier und da ein­zel­ne Wer­ke und Autoren her­aus­zie­hen. Doch einen Über­blick über das gesam­te lite­ra­ri­sche Schaf­fen, wie er uns für ande­re euro­päi­sche Lite­ra­tu­ren in Lite­ra­tur­ge­schich­ten vor­liegt, haben wir uns noch nicht erar­bei­tet. Es gibt kei­ne Werk- und Klas­si­ker-Aus­ga­ben, Brief­aus­ga­ben, Bio­gra­phien, umfas­sen­de Antho­lo­gien und der­glei­chen, die die Lite­ra­tur bün­deln und zugäng­lich mach­ten. Auch das ist eine Spät­fol­ge der Aus­lö­schung der euro­päi­schen Juden, unter denen eben auch die jüdi­schen Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler waren. Trotz­dem kann man anfan­gen zu lesen, denn es lie­gen eini­ge Über­set­zun­gen ins Deut­sche vor (zum Teil noch aus der Zeit der Wei­ma­rer Repu­blik) und wer Jid­disch lesen kann, dem ste­hen in der digi­ta­len Biblio­thek des Yid­dish Book Cen­ter in Amherst, Mas­sa­chu­setts fast zwölf­tau­send Titel zur Verfügung.

Was soll­te man unbe­dingt gele­sen haben?

Natür­lich die Klas­si­ker: Scholem Jan­kew Abra­mo­witsch (das Pseud­onym von Men­de­le Moi­cher Sfo­rim), Die Rei­sen Ben­ja­mins des Drit­ten; Scholem Ale­jchem, Eisen­bahn­ge­schich­ten; Der Nis­ter, Die Fami­lie Masch­ber; Isra­el Joshua Sin­ger, Die Brü­der Asch­ke­n­a­si; Chaim Gra­de, Von Frau­en und Rab­bi­nern; Isaac Bas­he­vis Sin­ger, Die Fami­lie Mosch­kat und Schat­ten über dem Hud­son; Mor­de­c­hai Strig­ler, Maj­da­nek; Abra­ham Sutz­ke­vers Lyrik und sein Buch Wil­ner Ghet­to, 1941–1944; die Tage­bü­cher von Her­man Kruk über sein Leben im Ghet­to von Wil­na, die bis­lang lei­der nur in einer eng­li­schen Über­set­zung vorliegen.

Was ist noch nicht übersetzt?

Nur etwa 5% der jid­di­schen Lite­ra­tur sind bis­her in irgend­ei­ne ande­re Spra­che über­setzt wor­den. Zu den drin­gends­ten Desi­de­ra­ta gehö­ren: Leib Kvit­kos epi­sches Gedicht 1919; Jacob Glasteins Lyrik und sei­ne Roma­ne Ven yash iz geforn und Ven yash iz geku­men (über sei­ne Rei­se nach Deutsch­land und Polen, 1938 und 1940); Hil­lel Seid­mans Tog­bukh fun var­s­he­ver geto (1947), Leib Roch­mans, Der mabl (Die Flut: Erzäh­lun­gen, 1978), Chaim Gra­des umfang­rei­cher Roman Die Jeschi­wa (1967/68) und die lapi­dar-bru­ta­len Erzäh­lun­gen des genia­len, unste­ten, auf­ge­wühl­ten Lamed Shapi­ro, der 1948 als Qua­si-Obdach­lo­ser in einer Gara­ge in Los Ange­les starb. Mit den Über­set­zun­gen von Gra­de und Shapi­ro habe ich inzwi­schen ange­fan­gen, weil die bei­den Autoren auf sehr gegen­sätz­li­che Wei­se vor­füh­ren, was moder­ne jid­di­sche Lite­ra­tur hät­te sein können.

Was sind die größ­ten Schwie­rig­kei­ten beim Über­set­zen aus dem Jiddischen?

Jeder Autor prä­sen­tiert Schwie­rig­kei­ten beson­de­rer Art. Bei Isaac Bas­he­vis Sin­ger ist es das raf­fi­nier­te pol­nisch-jid­di­sche Voka­bu­lar, das man in kei­nem Wör­ter­buch nach­schla­gen kann. Oft sind es vul­gä­re Aus­drü­cke aus der Umgangs­spra­che, die er in exqui­si­te Sät­ze ein­baut. Autoren wie Abra­mo­witsch, des­sen Wer­ke in der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ange­sie­delt sind, beschrei­ben die Lebens­welt der tra­di­tio­nel­len Juden, die einem heu­te fremd ist. Ich konn­te mir lan­ge nicht vor­stel­len, was ein Tscho­lent­brett war. In sol­chen Fäl­len muss man über­all her­um­fra­gen. Für Über­set­zer aus dem Jid­di­schen ist es wich­tig, sehr vie­le Leu­te zu ken­nen. Ein Freund, des­sen ortho­do­xe Eltern die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger über­leb­ten, sag­te mir schließ­lich, sei­ne Mut­ter hät­te ein Tscho­lent­brett gehabt. Mit einem gro­ßen Holz­brett deck­te sie an Schab­bat den Ein­topf (Tscho­lent) zu und stell­te auf das Brett noch einen wei­te­ren Topf, damit er von der Wär­me etwas abbekomme.

Bei Chaim Gra­de ist die größ­te Schwie­rig­keit, dass er erzählt, als stä­ke er in sei­nen Cha­rak­te­ren. Dar­um ste­hen lan­ge Pas­sa­gen in indi­rek­ter Rede, was im Deut­schen töd­lich ist. Der ame­ri­ka­ni­sche Über­set­zer hat direk­te Rede dar­aus gemacht. Aber das ver­fälscht Gra­des sub­ti­le Cha­rak­ter­zeich­nung, denn er zeigt mit­hil­fe der indi­rek­ten Rede sowohl, wie einer sei­ne Rede dreht, um eine bestimm­te Wir­kung zu errei­chen, als auch, wie die­se Rede auf­ge­fasst wird. Es geht Gra­de nicht um die Fak­ten des Gesag­ten, son­dern um das psy­cho­lo­gi­sche Macht­spiel, das fast jedem Gespräch unterliegt.

Wie gehen Sie mit die­sen Schwie­rig­kei­ten um?

Im Fall der indi­rek­ten Rede bei Gra­de muss man halt sehr prä­zi­se arbei­ten. Das gilt auch für die kom­ple­xe Erzähl­per­spek­ti­ve in den Roma­nen und Erzäh­lun­gen David Ber­gels­ons, des sub­tils­ten der moder­nen jid­di­schen Erzäh­ler. Doch die klas­si­sche Schwie­rig­keit beim Über­set­zen aus dem Jid­di­schen sind die vie­len Hebrais­men, das kul­tur­spe­zi­fi­sche Voka­bu­lar und die vie­len, oft wit­zig ver­dreh­ten Zita­te aus Bibel und Tal­mud, deren Ori­gi­nal frü­her jeder kann­te. Soll man das alles ein­deut­schen? Also statt Beit Mid­rasch Lehr­haus, statt Ami­da Acht­zehn­bit­ten-Gebet, statt Kasch­rut Spei­se­vor­schrif­ten, statt Haw­da­la Unter­schei­dungs­ze­re­mo­nie (zwi­schen Schab­bat und Wochen­tag), statt Jeschi­we-Bocher Tal­mud­stu­dent, statt Challah Zopf oder Schau­brot? Wenn ein ara­mäi­scher Satz aus der Gema­ra zitiert wird, folgt gewöhn­lich die kom­men­tie­ren­de Über­set­zung ins Jid­di­sche, die oft auf das Gegen­teil des zitier­ten Sat­zes hin­aus­läuft. Man kommt nicht umhin, den Lesern ein Glos­sar zu bie­ten und oft auch Anmer­kun­gen mit den im Text zitier­ten Quellen.

Bei Abra­mo­witsch kommt noch hin­zu, dass sei­ne Cha­rak­te­re mit ukrai­ni­schen Bau­ern, die sie fürch­ten, in einem wahn­sin­nig komi­schen jid­di­sier­ten Ukrai­nisch spre­chen. Ich bin sonst immer dafür, alles zu über­set­zen, aber in mei­ner Über­set­zung der Rei­sen Ben­ja­mins des Drit­ten habe ich den Ver­such der bei­den Prot­ago­nis­ten Ben­ja­min und Sen­derl, sich mit den Bau­ern zu ver­stän­di­gen, nur als Tran­skrip­ti­on im Text ste­hen las­sen und die Über­set­zung in einer Fuß­no­te ange­bo­ten, weil man Abra­mo­witschs genia­le Sprach­ver­mi­schung im Deut­schen nicht wie­der­ge­ben kann.

Was kann Jid­disch, was Deutsch nicht kann?

Jid­disch kann durch ganz natür­lich wir­ken­de Zita­te aus Bibel und Tal­mud die anti­ke Welt in die Gegen­wart der lite­ra­ri­schen Hel­den holen und sie, die moder­nen Hel­den, mora­lisch in Fra­ge stell­ten. Jid­disch hat ein unge­mein rei­ches Voka­bu­lar für alle Vari­an­ten von kochen­der Wut, rau­chen­dem Zorn, gif­ti­gem Ver­druss. Es ver­fügt über eine gro­ße Band­brei­te von Ver­wün­schun­gen aus dem Küchen­mi­lieu. Es kann Frau­en die Macht mono­lo­gi­scher Rede geben, die abso­lut natür­lich klingt und doch geni­al kon­stru­iert ist, wie etwa in Scholem Alei­chems kur­zem Werk, Dos tepl (Der Topf). Es kann auf herz­zer­rei­ßen­de und dabei ganz unpa­the­ti­sche Wei­se Trau­er und Lie­be aus­drü­cken. Und es kann den Wind im Laub der Bäu­men rau­schen las­sen, so dass man ihn in den Wor­ten hört.

Wir suchen für die Rubrik „Gro­ße klei­ne Spra­che“ Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zer, die Lust haben, ihre „klei­ne“ Spra­che mit unse­rem Fra­ge­bo­gen vor­zu­stel­len. Wenn du dich ange­spro­chen fühlst, mel­de dich ger­ne unter redaktion@tralalit.de.

Susan­ne Klin­gen­stein, gebo­ren in Baden-Baden, stu­dier­te Ger­ma­nis­tik, Geschich­te und Anglis­tik an den Uni­ver­si­tä­ten Mann­heim, Hei­del­berg, Brand­eis und Har­vard und wur­de 1991 in Ame­ri­ka­nis­tik pro­mo­viert. Sie lehr­te Lite­ra­tur in Har­vard, Schrei­ben am Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy und huma­nis­ti­sches Den­ken an der Har­vard Medi­cal School. Seit 2015 ist sie frei­schaf­fen­de Lite­ra­tur­his­to­ri­ke­rin, schreibt für die Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung, über­setzt lite­ra­ri­sche Wer­ke aus dem Jid­di­schen und arbei­tet an einer Kul­tur­ge­schich­te der jid­di­schen Lite­ra­tur (Suhr­kamp).

3 Comments

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  1. 1
    Miss Booleana

    Vie­len Dank für den span­nen­den Bei­trag! Ich war zu oft zu bequem mich mehr über Jid­disch zu infor­mie­ren und hat­te vie­le Aha-Momen­te. Was mich sehr über­rascht hat ist, dass sich soviel der Über­set­zungs­ar­beit und Lern­leis­tung aus der Gemein­schaft ergibt – ein loh­nens­wer­tes Kon­zept, von dem man fast den­ken könn­te, dass es bei der All­ge­gen­wär­tig­keit des Inter­nets und digi­ta­len Wis­sens nicht mehr not­wen­dig ist, das aber wie sich hier zeigt ganz und gar nicht unter­schätzt wer­den sollte.

  2. 2
    Blogophilie Januar 2021 | Miss Booleana

    […] Gro­ße klei­ne Spra­che: Jid­disch Auf Tralalit schreibt Susan­ne Klin­gen­stein über die jid­di­sche Spra­che und wie man sie erlernt, wel­che Res­sour­cen man dazu her­an­zie­hen kann und wel­che Bücher unbe­dingt lesens­wert sind. Eine der für mich gro­ßen Über­ra­schun­gen des span­nen­den Bei­tra­ges war wie wenig das Inter­net und wie­viel Gesprä­che mit Men­schen beim Lern­pro­zess unab­ding­bar waren – nicht nur, weil digi­ta­le Res­sour­cen fehl(t)en […]

  3. 3
    Gudrun Gerber

    Mor­de­c­hai Strig­lers Zeit­zeu­gen­be­rich­te habe ich erst im Novem­ber 2020 zur Kennt­nis genom­men. Nach ers­ter atem­lo­ser Lek­tü­re war mir klar, dass ich mit die­sen Tex­ten nicht fer­tig wer­den will. Ich lese wie­der und wie­der, bedan­ke mich im Geist bei Sig­rid Bei­sel für die Über­set­zung, bei Frank Beer für das auf­schluss­rei­che Vor­wort und bei Susan­ne Klin­gen­stein für die hin­wei­sen­den Bei­trä­ge in der FAZ.
    Eine Äußer­lich­keit hat mich geschmerzt: der 3. Band der „Ver­lo­sche­nen Lichter„mit sei­nen 455 Sei­ten ist so fest ein­ge­bun­den, das ich immer bei­de Hän­de brauch­te um es geöff­net zu hal­ten, und nicht allein lie­gen las­sen konn­te, um etwas zu notieren.

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