Wel­che Über­set­zung soll ich lesen?

George Orwells Klassiker „1984“ ist seit Kurzem gemeinfrei. Daher trumpfen zahlreiche Verlage mit Neuübersetzungen auf. Eine Bestandsaufnahme.

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Auch beim Cover scheint man sich abgesprochen zu haben. Rot und blau sind Orwells Farben.

Auch 72 Jah­re nach Erschei­nen heißt es immer wie­der: kein Buch sei heu­te aktu­el­ler, kein Buch fan­ge unse­re moder­ne Rea­li­tät eher ein als Geor­ge Orwells 1984. Bevor das Jahr 1984 tat­säch­lich ein­trat, zeig­te der Roman eine Welt, die erst noch kom­men wür­de. Jetzt lesen wir das Buch vor dem Hin­ter­grund, dass vie­le Ele­men­te aus Orwells dys­to­pi­schem Klas­si­ker bereits Teil unse­res All­tags sind – die Kame­ras, die rie­si­gen Bild­schir­me, die Über­wa­chung. Und auch die poli­ti­schen Schlag­wor­te sind heu­te ande­re als noch vor fünf­zig Jah­ren: Las man das Buch damals als ein­deu­ti­ge Kri­tik an der Sowjet­uni­on, geht es in heu­ti­gen Bespre­chun­gen des Romans vor allem um Chi­na, Russ­land oder Trump, der dem Buch mit sei­nem Amts­an­tritt zurück auf die ame­ri­ka­ni­schen Best­sel­ler­lis­ten verhalf. 

Wäh­rend noch vor Jah­ren die per­ma­nen­te Über­wa­chung und die Beschrei­bun­gen moderns­ter Tech­nik für Auf­se­hen sorg­ten (tech­nisch sind wir inzwi­schen bereits viel wei­ter), ist es nun die Mani­pu­la­ti­on von gän­gi­gen Tat­sa­chen, die in Zei­ten von Fake News und Can­cel Cul­tu­re bei der Lek­tü­re am meis­ten ver­stö­ren. Win­s­ton Smith, der Held in Orwells Dys­to­pie, arbei­tet im Minis­te­ri­um der Wahr­heit, wo er Tex­te von unbe­que­men Fak­ten berei­nigt und so die Geschich­te im Sin­ne der Par­tei anpasst. Smith selbst aber ist ein Wahr­heits­su­chen­der, der an der Rea­li­tät zwei­felt: Befin­det er sich über­haupt im Jahr 1984? Wie ist der Staat Ozea­ni­en, zu dem das ehe­ma­li­ge Groß­bri­tan­ni­en zählt, ent­stan­den? Und gibt es tat­säch­lich eine Grup­pe, die Wider­stand leistet?

Im ver­gan­ge­nen Jahr war der 70. Todes­tag Geor­ge Orwells, der sei­nen letz­ten Roman schwer­krank fer­tig­stell­te und 1949 ver­öf­fent­lich­te. Mit dem Jubi­lä­um erlo­schen hier­zu­lan­de die Über­set­zungs­rech­te an 1984, die bis dato beim Ull­stein Ver­lag lagen. Die­ser ver­leg­te zunächst eine Über­set­zung von Kurt Wagen­seil von 1950 und ließ das Buch dann pas­sen­der­wei­se im Jahr 1984 von Micha­el Wal­ter neu über­set­zen. Bis vor Kur­zem war dies also die gän­gi­ge Über­set­zung, die auf dem deut­schen Markt kursierte.

Da man sich im deutsch­spra­chi­gen Raum wohl abso­lut sicher ist, dass 1984 auch in den kom­men­den Jah­ren auf den Best­sel­ler­lis­ten erschei­nen wird, haben vie­le Ver­la­ge das Buch neu über­set­zen las­sen, um eine eige­ne Aus­ga­be her­aus­zu­brin­gen. Mit „vie­le“ sind jedoch nicht nur zwei, drei Ver­la­ge gemeint: Nein, tat­säch­lich haben alle mehr oder weni­ger wich­ti­gen Ver­la­ge das Buch im Pro­gramm. Ange­fan­gen bei Suhr­kamp, Fischer, Rowohlt und dem dtv, bis hin zu Manes­se, Ana­con­da (bei­de Teil der Ran­dom House Ver­lags­grup­pe) und Reclam. Und jeder trumpft mit einer eige­nen Über­set­zung auf. Fans haben also seit Ende Janu­ar die Wahl, ob sie 1984 lie­ber auf Frank Hei­bert, Eike Schön­feld oder Simo­ne Fischer lesen wol­len. Aber wel­che Über­set­zung emp­fiehlt sich denn? Und macht es wirk­lich einen Unter­schied, ob ich die Über­set­zung von Gis­bert Haefs, Kars­ten Sin­gel­mann oder Jan Strüm­pel lese? 

Um zu ver­ste­hen, war­um die­se Über­set­zun­gen so gewor­den sind, wie sie sind, müs­sen wir einen kur­zen Exkurs ins Ori­gi­nal vor­neh­men. Beim erst­ma­li­gen Lesen kann man schnell über­se­hen, wel­che Rol­le Spra­che hier spielt, weil der Plot sich in den Vor­der­grund drängt. Doch mit jeder Lek­tü­re des Romans wird deut­lich, dass die Spra­che trotz der tech­ni­schen und gewalt­sa­men Metho­den wohl das effi­zi­en­tes­te Mit­tel der Par­tei ist, um ihre Mit­glie­der füg­sam zu machen. Schon 1946 hielt Orwell in einem Essay über „Poli­tik und die eng­li­sche Spra­che“ fest: „Sofern Gedan­ken Spra­che mani­pu­lie­ren, kann Spra­che auch Gedan­ken mani­pu­lie­ren“ („If thought cor­rupts lan­guage, lan­guage can also cor­rupt thought“).

In 1984 setz­te Orwell die­se Erkennt­nis radi­kal um und erfand „News­peak“ (in der Regel als „Neu­sprech“ über­setzt), die fik­ti­ve Spra­che der Par­tei, für die es am Ende des Romans eine kur­ze Erklä­rung gibt. Vie­le Begrif­fe aus Neu­sprech sind längst Teil der eng­li­schen Spra­che gewor­den, ange­fan­gen bei „Big Brot­her“ („gro­ßer Bru­der“), Namens­ge­ber einer frag­wür­di­gen Fern­seh­show, bis hin zu Wör­tern wie „Dou­ble­think“ („Dop­pel­sprech“) oder „Thought­crime“ („Gedan­ken­ver­bre­chen“). In Orwells Welt eli­mi­niert die Par­tei nicht nur Begrif­fe aus dem all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch, son­dern ver­ein­facht auch gram­ma­ti­ka­li­sche Struk­tu­ren und ent­schlackt Begrif­fe von wenig wün­schens­wer­ten Bedeu­tun­gen. Den Par­tei­mit­glie­dern soll Neu­sprech „ein pas­sen­des Aus­drucks­me­di­um für ihre Welt­an­schau­ung“ bie­ten und gleich­zei­tig „alle ande­ren Denk­wei­sen unmög­lich machen“. „Thought­cri­mes“ – Gedan­ken, die nicht im Sin­ne der Par­tei sind (Unzucht, Ehe­bruch, Homo­se­xua­li­tät zum Bei­spiel) – sol­len gänz­lich ver­hin­dert wer­den, indem das ent­spre­chen­de Voka­bu­lar für solch „abwe­gi­ge“ Gedan­ken gar nicht mehr zur Ver­fü­gung steht: 

Das Wort frei exis­tier­te auf Neu­sprech immer noch, konn­te aber nur noch ver­wen­det wer­den in Aus­sa­gen wie „Die­ser Hund ist frei von Läu­sen“ oder „Die­ses Feld ist frei von Unkraut“. Es konn­te nicht mehr in sei­nem alten Sinn „poli­tisch frei“ oder „intel­lek­tu­ell frei“ benutzt wer­den, da poli­ti­sche und intel­lek­tu­el­le Frei­heit nicht ein­mal mehr als Begrif­fe exis­tier­ten und daher zwangs­läu­fig unbe­nannt waren. 


[Über­set­zung: Gis­bert Haefs, Manesse] 

Die Neu­struk­tu­rie­rung der eng­li­schen Spra­che ist in 1984 ein Groß­pro­jekt, das inner­halb der Roman­welt 2050 voll­stän­dig abge­schlos­sen wer­den soll. Win­s­ton Smith spricht noch kein „Neu­sprech“, kennt aber die Begrif­fe und Slo­gans. Zudem arbei­ten im Roman gan­ze Abtei­lun­gen dar­an, Lite­ra­tur wie auch Nach­rich­ten­ar­ti­kel, bei­spiels­wei­se aus der Times, zu über­ar­bei­ten und an Neu­sprech anzu­pas­sen. Die Par­tei lässt also die wich­tigs­ten Tex­te ins Neu­sprech über­set­zen. Als Kon­trast zu Neu­sprech ist die rest­li­che Pro­sa in Orwells Ori­gi­nal sehr schlicht gehal­ten – mit Absicht. Denn Orwell war über­zeugt, dass das zu sei­ner Zeit geschrie­be­ne Eng­lisch „vol­ler schlech­ter Ange­wohn­hei­ten“ („full of bad habits“) sei. Er schimpf­te über die „man­geln­de Prä­zi­si­on“ („lack of pre­cis­i­on“) und „prä­ten­tiö­se Aus­drucks­wei­se“ („pre­ten­tious dic­tion“), und resü­mier­te: „Die moder­ne Pro­sa wird immer unkon­kre­ter“ („The who­le ten­den­cy of modern pro­se is away from con­cre­ten­ess“). Orwell schreibt die­sen Ten­den­zen ent­ge­gen: Sei­ne Pro­sa ist schlicht und schnör­kel­los, fast schon unspek­ta­ku­lär. Ein gelun­ge­ner Kon­trast zum bri­san­ten Inhalt, aber eben auch kei­ne beson­de­re Sprachakrobatik.

Die Neu-Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zer sind im Fall von „Neu­sprech“ stel­len­wei­se zu unter­schied­li­chen Über­tra­gun­gen gekom­men, wirk­lich gra­vie­ren­de Unter­schie­de las­sen sich aller­dings nicht fin­den. Vie­le Neu­sprech­wör­ter wer­den ein­fach wort­wört­lich über­setzt: „Big Brot­her“ als „Gro­ßer Bru­der“, „Dou­ble­think“ als „Dop­pel­denk“ (mit Aus­nah­me von Simo­ne Fischer, die sich an Kurt Wagen­seils alter Über­set­zung „Zwie­den­ken“ ori­en­tiert), „think­pol“ als “Gedan­ken­po­li­zei“ (Frank Hei­bert weicht hier mit „Denk­pol“ ab) oder „good­think“ als „Gut­denk“. Die Vor­ar­beit hat­ten hier natür­lich schon Kurt Wagen­seil und Micha­el Wal­ter geleis­tet. Bei Wagen­seil hieß „News­peak“ noch „Neu­spra­che“, das Micha­el Wal­ter in „Neu­sprech“ ver­wan­del­te. Eben­so mach­te Wal­ter aus „Zwie­den­ken“ das Wort „Dop­pel­denk“ und befrei­te 1984 von eini­gen ande­ren ver­al­te­ten Begrif­fen (bei Wagen­seil führt Smith nicht Tage­buch, son­dern ein „Dia­ri­um”). In den Neu­über­set­zun­gen erfin­det nie­mand „Neu­sprech“ kom­plett neu oder ist auch nur ver­sucht, der Spra­che eine indi­vi­du­el­le Note zu ver­pas­sen. Grund dafür ist sicher, dass das Neu­sprech eben nicht nur das eng­li­sche Voka­bu­lar infil­triert hat, son­dern auch das deut­sche (obgleich in gerin­ge­rem Maße): Zu „Big Brot­her“ wird auch hier­zu­lan­de eini­gen etwas ein­fal­len. Zudem war 1984 nach Erschei­nen auch in Deutsch­land ein Best­sel­ler, sodass gan­ze Gene­ra­tio­nen von den Ull­stein-Über­set­zun­gen geprägt wurden. 

Aber wer­fen wir mal einen ver­glei­chen­den Blick auf die Über­set­zun­gen und schau­en uns die Ein­gangs­sze­ne genau­er an:

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It was a bright cold day in April, and the clocks were striking thir­teen. Win­s­ton Smith, his chin nuz­zled into his breast in an effort to escape the vile wind, slip­ped quick­ly through the glass doors of Vic­to­ry Man­si­ons, though not quick­ly enough to pre­vent a swirl of grit­ty dust from ente­ring along with him. The hall­way smelt of boi­led cab­ba­ge and old rag mats. At one end of it a colou­red pos­ter, too lar­ge for indoor dis­play, had been tacked to the wall. It depic­ted sim­ply an enorm­ous face, more than a met­re wide: the face of a man of about for­ty-five, with a hea­vy black mousta­che and rug­gedly hand­so­me fea­tures. Win­s­ton made for the stairs. It was no use try­ing the lift. Even at the best of times it was sel­dom working, and at pre­sent the elec­tric cur­rent was cut off during day­light hours. It was part of the eco­no­my dri­ve in pre­pa­ra­ti­on for Hate Week. The flat was seven flights up, and Win­s­ton, who was thir­ty-nine and had a vari­co­se ulcer abo­ve his right ank­le, went slow­ly, res­t­ing seve­ral times on the way. On each landing, oppo­si­te the lift-shaft, the pos­ter with the enorm­ous face gazed from the wall. It was one of tho­se pic­tures which are so con­tri­ved that the eyes fol­low you about when you move. BIG BROTHER IS WATCHING YOU, the cap­ti­on beneath it ran.

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Zwei Neu­sprech-Wör­ter fal­len hier auf. Es gibt die „Hate Week“, die über­all fast gleich, nur in ande­ren Schreib­wei­sen, über­setzt wird und zeigt, wie ähn­lich sich die­se Über­set­zun­gen sind. Dann fin­det sich noch der berüch­tig­te „Big Brot­her“ mit dem Spruch „Big Brot­her is wat­ching you“, der tat­säch­lich leicht unter­schied­lich über­setzt wird. „Is wat­ching“ ist eine Ver­laufs­form der Gegen­wart, die sug­ge­riert, dass jemand genau in dem Moment etwas tut. Sie lässt sich nicht eins zu eins ins Deut­sche über­tra­gen. Der Groß­teil bleibt beim schlich­ten „sieht dich“, das auch in der vor­he­ri­gen Über­set­zung von Micha­el Wal­ter vor­kam. Mit „Der gros­se Bru­der hat dich im Blick“ und „Der gros­se Bru­der wacht über dich“ haben sich Eike Schön­feld und Jan Strüm­pel in neu­es Ter­rain vor­ge­wagt. Lei­der ist die ers­te Über­set­zung zu lang, um wirk­lich ein­präg­sam zu sein und die zwei­te schlicht zu nett klin­gend. Man könn­te bei der Über­set­zung „Der gros­se Bru­der wacht über dich“ den­ken, dass Big Brot­her wie ein beschüt­zen­der gro­ßer Bru­der über die Par­tei­mit­glie­der wacht. Gis­bert Haefs fängt mit „Der gros­se Bru­der beob­ach­tet dich“ am ehes­ten die unheim­li­chen Unter­tö­ne des Ori­gi­nals ein. „Beob­ach­ten“ mag im ers­ten Moment zu wort­wört­lich über­setzt klin­gen, hat aber genau wie das eng­li­sche „to watch someone“ die Kon­no­ta­ti­on von Über­wa­chung und Kon­trol­le, die „sieht dich“ nicht unbe­dingt suggeriert.

Kars­ten Sin­gel­mann und Lutz‑W. Wolff sind offen­bar davon aus­ge­gan­gen, dass „Big Brot­her is wat­ching you“ schon längst im deut­schen Sprach­ge­brauch ange­kom­men sind und haben den Spruch gar nicht erst über­setzt. Grund­sätz­lich stellt sich in der Über­set­zung von 1984 die Fra­ge, wie viel Eng­lisch man sei­ner Leser­schaft ins­ge­samt zutraut. Um den Spruch ansatz­wei­se zu ver­ste­hen, braucht es kei­ne beson­ders umfang­rei­chen Eng­lisch­kennt­nis­se. Trotz­dem soll­te eine Über­set­zung aber im Sin­ne der Lese­rin­nen und Leser sein, die eine Über­set­zung auf­grund man­geln­der Sprach­kennt­nis­se lesen. Daher sind die unüber­setz­ten Stel­len so gering wie mög­lich zu hal­ten, was bei die­sen Neu­über­set­zun­gen nicht immer der Fall ist. Lutz‑W. Wolff scheint bei­spiels­wei­se die Mis­si­on gehabt zu haben, so wenig wie mög­lich zu über­set­zen – mit ins­ge­samt fata­lem Effekt. Denn wer unüber­setz­te Stel­len wie die fol­gen­de ver­steht, kann gleich das eng­li­sche Ori­gi­nal lesen und braucht nicht erst zu einer deut­schen Über­set­zung zu greifen:

They sye that time ’eals all things,
They sye you can always for­get;
But the smi­les an’ the tears across the years
They twist my ’eart-strings yet!

[unüber­setz­te Stel­le: Lutz‑W. Wolff, dtv] 
Man sagt, dass die Zeit heilt alle Wun­den,
Das Ver­ges­sen tritt ein nach man­chen Stun­den.
Doch auch nach Jah­ren fühl ich den Schmerz,
Tief drin­nen in mei­nem gebro­che­nen Herz.

[Über­set­zung: Simo­ne Fischer, Nikol] 

War­um dies nicht ein­mal ansatz­wei­se über­setzt wur­de, hät­te Wolff in sei­nem sei­ten­lan­gen Nach­wort selbst beant­wor­ten kön­nen, doch da kommt das Wort „Über­set­zung“ noch nicht mal vor. Alle ande­ren Über­set­zer hal­ten den Anteil an unüber­setz­ten Stel­len gering, auch wenn sie immer mal wie­der auf­tre­ten. (Der Spruch „Oran­ges and lemons, say the bells of St. Clement’s!“, der sich durch den gesam­ten Roman zieht, bleibt in vie­len Über­set­zun­gen eben­falls auf Eng­lisch ste­hen.) Im bes­ten Fall kön­nen sie igno­riert wer­den, im schlimms­ten Fall rei­ßen sie die Lese­rin­nen und Leser kurz aus der Romanwelt. 

Auf­fal­lend ist bei dem direk­ten Ver­gleich noch etwas: Die Über­set­zung von Frank Hei­bert sticht schon beim ers­ten Satz her­aus: Denn bei ihm „schlägt’s gera­de drei­zehn“ und „Win­s­ton schlüpft“ just in die­sem Augen­blick aus dem Haus. Hei­bert hat den gesam­ten Roman ins Prä­sens gesetzt und ihm eine Unmit­tel­bar­keit ver­schafft, von der die ande­ren Über­set­zun­gen nur träu­men kön­nen. Und noch eine Tak­tik wen­det er an, die schon in den ers­ten Zei­len erkenn­bar ist. Er trennt den Ein­schub „zu groß für Innen­räu­me“ vom rest­li­chen Satz und lässt ihn Teil von Win­s­tons inter­ner Foka­li­sie­rung wer­den. Dies ver­leiht dem Gan­zen nicht nur Schwung, son­dern ver­stärkt auf geschick­te Wei­se die Empa­thie mit Win­s­ton Smith, der für Lese­rin­nen und Leser im 21. Jahr­hun­dert eine pro­ble­ma­ti­sche­re Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur dar­stellt als noch vor fünf­zig Jah­ren (man den­ke an sei­ne Vergewaltigungsfantasien). 

Frank Hei­bert hat zu unse­rer Freu­de ein höchst auf­schluss­rei­ches Nach­wort hin­ter­las­sen (das man sich für all die ande­ren Aus­ga­ben auch wün­schen wür­de) und sei­ne über­set­ze­ri­sche Mis­si­on ein­deu­tig for­mu­liert: Er möch­te „den Ton, im Geis­te Orwells, einem heu­ti­gen ‚nor­ma­len‘ lite­ra­ri­schen Stil annä­hern“. Dafür setzt er den Roman nicht nur ins Prä­sens, son­dern über­setzt bei­spiels­wei­se das eng­li­sche „you“ nicht zwangs­läu­fig als „Sie“, son­dern an bestimm­ten Stel­len als „Du“ (sie­he Zitat wei­ter unten). Hei­bert ver­steht es als sei­nen Auf­trag, dass Ori­gi­nal von sei­nen weni­gen Alters­fle­cken zu befrei­en und dafür zu sor­gen, dass der Roman auch in den nächs­ten Jah­ren gele­sen wird. Dass es im Sin­ne des Ori­gi­nals ist, der Über­set­zung eine eige­ne Inter­pre­ta­ti­on mit­zu­ge­ben, ist für ihn selbst­ver­ständ­lich. Außer Frank Hei­bert scheint sich bei die­sen Neu­über­set­zun­gen aber nie­mand sonst getraut zu haben, auch nur ansatz­wei­se eine eige­ne Inter­pre­ta­ti­on von 1984 zu liefern.

Wie zurück­hal­tend teil­wei­se ande­re Über­set­zer und Über­set­ze­rin­nen ins Deut­sche über­tra­gen, zeigt sich an fol­gen­dem Beispiel: 

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‚Would you say from what you can remem­ber, that life in 1925 was bet­ter than it is now, or worse? If you could choo­se, would you pre­fer to live then or now?‘ […] 

‚I know what you expect me to say,‘ he said. ‚You expect me to say as I’d soo­ner be young again. Most peo­p­le’d say they’d soo­ner be young, if you arst ‚em. You got your ‚ealth and strength when you’­re young. When you get to my time of life you ain’t never well. I suf­fer some­thing wicked from my feet, and my bladder’s jest ter­ri­ble. Six and seven times a night it ‚as me out of bed. On the other ‚and, there’s gre­at advan­ta­ges in being a old man. You ain’t got the same worries. No truck with women, and that’s a gre­at thing. I ain’t ‚ad a woman for near on thir­ty year, if you’d cre­dit it. Nor wan­ted to, what’s more.‘

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Der im Ori­gi­nal so prä­gnan­te Lon­do­ner Akzent wird hier unter­schied­lich aus­ge­prägt über­setzt. Wäh­rend Lutz‑W. Wolff und Gis­bert Haefs bewusst stan­dard­sprach­lich über­set­zen (oder es gar nicht erst pro­biert haben), fügen Micha­el Wal­ter und Eike Schön­feld hier zumin­dest einen Hauch von Umgangs­sprach­lich­keit hin­zu. Den­noch ist die in Frank Hei­berts und Simo­ne Fischers Über­set­zun­gen geschaf­fe­ne uri­ge Knei­pen­at­mo­sphä­re ungleich char­man­ter und wit­zi­ger als alle ande­ren Über­set­zun­gen zusam­men. Man könn­te argu­men­tie­ren, dass in Lon­don nun nie­mand mit solch deut­schen Akzen­ten daher­kommt. Das mag stim­men, aller­dings wird man dort auch auf den Stra­ßen nie­man­den ohne Akzent antref­fen. Und ist es nicht im Sin­ne des Ori­gi­nals, die ver­schie­de­nen sozia­len Ebe­nen und Gefü­ge auch im Deut­schen her­vor­zu­he­ben? Soll ein alter Mann in einem alt­mo­di­schen Pub etwa genau­so spre­chen wie ein tyran­ni­scher Ober­be­fehls­ha­ber der Par­tei? Wohl kaum. Mal ganz davon abge­se­hen, dass gelun­ge­ne Regis­ter­wech­sel einem Roman sehr viel inter­es­san­ter machen.

Schau­en wir uns noch ein drit­tes Bei­spiel an:

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A Par­ty mem­ber lives from birth to death under the eye of the Thought Poli­ce. Even when he is alo­ne he can never be sure that he is alo­ne. Whe­re­ver he may be, asleep or awa­ke, working or res­t­ing, in his bath or in bed, he can be inspec­ted wit­hout war­ning and wit­hout kno­wing that he is being inspec­ted. Not­hing that he does is indif­fe­rent. His fri­end­ships, his rela­xa­ti­ons, his beha­viour towards his wife and child­ren, the expres­si­on of his face when he is alo­ne, the words he mut­ters in sleep, even the cha­rac­te­ristic move­ments of his body, are all jea­lous­ly scru­ti­ni­zed. Not only any actu­al mis­de­me­anour, but any eccen­tri­ci­ty, howe­ver small, any chan­ge of habits, any ner­vous man­ne­rism that could pos­si­bly be the sym­ptom of an inner strugg­le, is cer­tain to be detec­ted. He has no free­dom of choice in any direc­tion whatever.

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Gra­vie­ren­de Unter­schei­dun­gen fin­den sich in die­sen Über­set­zun­gen nicht. Man könn­te sich an Klei­nig­kei­ten fest­bei­ßen (War­um wer­den bei Wolff die Kör­per­be­we­gun­gen „eifer­süch­tig“ beob­ach­tet? War­um ver­wen­det Simo­ne Fischer „es“ für das Par­tei­mit­glied, das allei­ne ste­hend etwas selt­sam klingt?), aber die­se gebie­ten kei­ne beson­de­ren Ein­bli­cke noch sagen sie beson­ders viel über die Gesamt­qua­li­tät der Über­set­zun­gen aus. Tat­säch­lich wei­sen die Über­set­zun­gen mehr Gemein­sam­kei­ten als Unter­schie­de auf: Allein der Satz „Nichts, was er tut, ist gleich­gül­tig.“ fin­det sich fast wort­gleich in allen Über­set­zun­gen wie­der. Gänz­lich über­ra­schend ist das natür­lich nicht, die Über­set­zer haben das Buch schließ­lich nicht von Grund auf neu geschrie­ben oder in eine Trans­krea­ti­on ver­wan­delt (was tat­säch­lich inter­es­sant gewe­sen wäre). Und wie bereits geschil­dert, kommt Orwells Eng­lisch ohne jenen Fir­le­fanz daher, der mehr Krea­ti­vi­tät von den Über­set­ze­rin­nen und Über­set­zern gefor­dert hät­te. Trotz­dem ist die Gleich­för­mig­keit die­ser Über­set­zun­gen, die größ­ten­teils kei­ne offen­sicht­li­chen über­set­ze­ri­schen Ambi­tio­nen auf­zei­gen, ein Problem.

Im direk­ten Ver­gleich ist Micha­el Wal­ters Über­set­zung von 1984 näm­lich erstaun­lich gut geal­tert. Wüss­te man nicht, wann die Über­set­zung erschie­nen ist, wür­de sie in die­ser Auf­rei­hung nicht groß und schon gar nicht nega­tiv auf­fal­len. Das spricht für Wal­ters Über­set­zung, lässt aber die Fra­ge auf­kom­men: War­um das Buch über­haupt neu über­set­zen? Aus ver­le­ge­ri­scher Sicht ist die Ant­wort ein­deu­tig: Man rech­net offen­bar fel­sen­fest mit kom­mer­zi­el­lem Erfolg, der die Über­set­zungs­kos­ten wie­der rein­holt. Nur so lässt sich erklä­ren, war­um so vie­le Ver­la­ge das Buch im Pro­gramm haben. 

Die meis­ten die­ser Über­set­zun­gen sind soli­de und les­ba­re Über­tra­gun­gen ins Deut­sche. Sie unter­schei­den sich nicht gra­vie­rend: Ja, der eine Über­set­zer mag ein Bild ele­gan­ter über­tra­gen, ein ande­rer fin­det eine adäqua­te­re Bedeu­tung. Man­che bas­teln lan­ge Sät­ze und ver­lei­hen Dring­lich­keit, ande­re nei­gen eher zur Kür­ze. Signi­fi­kan­te Abwei­chun­gen, die über Klei­nig­kei­ten hin­aus­ge­hen, oder gar ein über­set­ze­ri­sches Pro­gramm las­sen sich (außer bei Frank Hei­bert) nicht fest­stel­len. Tat­säch­lich lesen sich die­se Über­set­zun­gen über wei­te Tei­le hin­weg wie gut gekoch­ter Ein­heits­brei. Die Neu­über­set­zung von 1984 wird sicher­lich für so eini­ge Über­set­zer nicht mehr als eine blo­ße Pflicht­kür gewe­sen sein, die ihnen vom Ver­lag auf­er­legt wurde. 

Stu­re Fleiß­ar­beit ist aber nicht unbe­dingt im Sin­ne des Ori­gi­nals. Denn ihren Lese­rin­nen und Lesern dürf­ten die­se Über­set­zun­gen wenig neue Impul­se geben, da sie wenig Über­ra­schun­gen bereit­hal­ten und neue Les­ar­ten ver­mis­sen las­sen. Wie kann ein Buch die Zeit über­dau­ern, wenn es nicht von jeder Gene­ra­ti­on neu ent­deckt und auch tat­säch­lich neu inter­pre­tiert wird? Und soll­te man gera­de bei Klas­si­kern nicht den Anspruch stel­len, mit jeder Über­set­zung auch neue Inter­pre­ta­tio­nen auf­zu­zei­gen? Offen­sicht­lich spiel­ten die­se Über­le­gun­gen bei einem Groß­teil die­ser Neu­über­set­zun­gen kaum eine Rolle. 

Zudem muss man im Fall von Orwells 1984 hin­ter­fra­gen, wer hier eigent­lich über­set­zen durf­te. Unlängst haben die Debat­ten über Diver­si­tät mal wie­der die Buch­bran­che erreicht – mit Erfolg könn­te man mei­nen: es gäbe jetzt mehr Viel­falt in den Ver­lags­pro­gram­men, hieß es neu­lich erst im Deutsch­land­funk. Gänz­lich ange­kom­men scheint das aber nicht zu sein, wirft man einen Blick auf die­je­ni­gen, die Orwells Meis­ter­werk über­set­zen durf­ten: Von den acht Neu­über­set­zun­gen stam­men sie­ben von Män­nern und nur eine von einer Frau. Gemes­sen dar­an, dass sta­tis­tisch gese­hen deut­lich mehr Frau­en als Män­ner als Lite­ra­tur­über­set­zer arbei­ten, ist das ein besorg­nis­er­re­gen­der Schnitt. Und es kann wohl nie­mand behaup­ten, dass es zu wenig qua­li­fi­zier­te und bekann­te Über­set­ze­rin­nen aus dem Eng­li­schen gibt. 

Hin­zu kommt, dass sich anschei­nend nie­mand unter vier­zig Jah­ren für die­se Neu­über­set­zung fin­den ließ. Simo­ne Fischer, Jahr­gang 1971, ist hier nicht nur die ein­zi­ge Frau, son­dern auch die jüngs­te. Dass Eike Schön­feld, Frank Hei­bert oder Gis­bert Haefs gute Über­set­zer sind, die seit Jahr­zehn­ten eng­lisch­spra­chi­ge Klas­si­ker ins Deut­sche brin­gen, will nie­mand abstrei­ten. Aber die Fra­ge, ob hier nicht inter­es­san­te­re und inspi­rier­te­re Über­set­zun­gen, ja sogar gänz­lich neue Les­ar­ten von 1984 ent­stan­den wären, wenn man auch bei der Wahl der Über­set­zen­den auf Viel­falt geach­tet hät­te, muss drin­gend gestellt wer­den. Schließ­lich arbei­ten Über­set­zer nicht jen­seits von Zeit und Raum, son­dern las­sen – trotz allen mühe­vol­len Bestre­bun­gen um uner­reich­ba­re „Objek­ti­vi­tät“ – ihr Wis­sen, ihre Kul­tur und ihre ganz eige­ne Her­an­ge­hens­wei­se an den Text in die Über­set­zung mit­ein­flie­ßen. Wäre dem nicht so, bräuch­te es kei­ne Neuübersetzungen.

Wel­che Neu­über­set­zung von Geor­ge Orwells 1984 soll man nun lesen? Die Ant­wort lau­tet: Es macht in die­sem Fall kei­nen signi­fi­kan­ten Unter­schied. Lesen Sie das Buch ein­fach (sofern Sie das nicht ohne­hin schon getan haben). Wer Micha­el Wal­ter schon im Regal ste­hen hat, lässt ihn am bes­ten dort ste­hen und liest die Aus­ga­be noch mal. Wer Lust hat, eine Neu­aus­ga­be zu kau­fen oder gar zu ver­schen­ken, wählt am bes­ten nach dem Cover (oder dem Ver­lag) aus – man hat die Qual der Wahl. Wer im drö­gen Lock­down-All­tag jedoch Lust auf ein biss­chen mehr über­set­ze­ri­sche Action ver­spürt, soll­te zu Frank Hei­berts Über­set­zung greifen. 

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Ull­stein

1984
Über­set­zung: Micha­el Walter
Ull­stein 1994
384 Sei­ten ⋅ 12 Euro 

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14 Comments

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  1. 1
    Burkhart Kroeber

    Lie­be Julia,
    das ist ein ganz her­vor­ra­gen­der Arti­kel, gra­tu­lie­re! Allein schon, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, alle acht Neu­über­set­zun­gen die­ses Romans zu lesen und ver­glei­chend zu bespre­chen, ver­dient größ­tes Lob, und dass Sie dabei auch noch die gut 37 Jah­re alte Über­set­zung von Micha­el Wal­ter mit­be­dacht und aus­drück­lich gewür­digt haben, ohne sie als „ver­al­tet“ abzu­tun, hebt Ihren Arti­kel weit über die meis­ten Rezen­sio­nen in eine gro­ße, fast ein­sa­me Höhe. Chapeau!
    Bes­te Grü­ße, Burk­hart Kroeber

  2. 2
    Anita Wilmes

    Dan­ke. Das war hilf­reich auf der Suche nach einer Über­set­zung, die mich das Buch 40 Jah­re spä­ter noch ein­mal erle­ben lässt.

  3. 5
    Liegeradler

    Ich habe die Ull­stein-Aus­ga­be von 1977, die von Kurt Wagen­seil über­setzt wurde…
    Der hat lei­der auf tren­nen­de Absät­ze weit­ge­hend ver­zich­tet, vie­le Tex­te gehen über eine Sei­te. Die­se Blei­wüs­te ist müh­sam zu lesen.

  4. 7
    LeseJim21

    Vie­len Dank für die gelun­ge­ne und aus­führ­li­che Analyse!
    Habe eine Aus­ga­be gesucht die am meis­ten sinn­vol­le Moder­ni­sie­rung mit­bringt und konn­te durch ihren Bei­trag mei­ne Wahl sicher treffen.

  5. 9
    Erich Lindner

    Ein­drucks­vol­le Arbeit, so vie­le Über­set­zun­gen zu wür­di­gen. Sehr hilf­reich bei der Wahl einer Bestel­lung einer neu­en Aus­ga­be. Alle Ach­tung. Danke

  6. 10
    E. Schlager

    Vie­len Dank auch drei Jah­re nach Ver­öf­fent­li­chung für die­sen Arti­kel. Er hat mir gehol­fen, mich für die Über­set­zung von Frank Hei­bert zu entscheiden.

  7. 11
    Joseph F.

    Vie­len Dank für die Rezen­si­on. Ich habe alle Lese­pro­ben der ein­zel­nen Ver­sio­nen gele­sen, das heißt, jedes Mal den Anfang der ver­schie­de­nen Aus­ga­ben, und mir gefällt die Über­set­zung von Lutz‑W. Wolff am meis­ten. Sti­lis­tisch wirkt sie am sou­ve­räns­ten und lässt sich mei­ner Mei­nung nach am flüs­sigs­ten lesen. Auch die Über­set­zung von Micha­el Wal­ter hat mich sehr über­zeugt. Ich fin­de, das etwas anti­quier­te Deutsch, in dem er schreibt, hat einen ganz beson­de­ren Charme und passt ein­fach per­fekt zum Retro-Futu­ris­mus von 1984.

  8. 12
    Christian

    Bin hier gelan­det, weil Knut Cord­sen ges­tern auf sei­nem Ins­t­aka­nal „1984“ im Zuge Elon Musks mal wie­der emp­foh­len hat und ich mich dar­an erin­nert habe, dass es 21 die­se Flut von Neu­über­set­zun­gen gege­ben hat. Cord­sen hat­te die Manes­se-Aus­ga­be von Haefs in der Hand, für die ich mich jetzt auch ent­schie­den habe. Auch, weil sie ein Nach­wort von Mir­ko Bon­né ent­hält. Dass Hei­bert so neu über­setzt hat, war mich nicht klar. Auch die Fra­ge der Diver­si­ty bei den beauf­trag­ten Über­set­zern, fand ich äußerst ange­bracht. Ser, sehr gute Recher­che hier. Danke!

  9. 13
    Susanna Knobloch

    Die­ser Arti­kel ist wirk­lich sehr hilf­reich bei der Aus­wahl der Über­set­zung von Geor­ge Orwells Roman „1984“. Da die Spra­che in die­sem Werk eine beson­de­re Rol­le spielt, ist die Ant­wort auf die Fra­ge nach der bes­ten bzw. inter­es­san­tes­ten Über­set­zung für mich beson­ders wich­tig. Auf­grund der im Arti­kel zitier­ten Pas­sa­gen wage mich nun trotz­dem zunächst an das Ori­gi­nal und lese bei Bedarf dann viel­leicht die Über­set­zung von Micha­el Wal­ter oder Frank Hei­bert. Herz­li­chen Dank für die kom­pe­ten­te und umfas­sen­de Analyse!

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