„Wir wer­den Über­set­zun­gen in den Mit­tel­punkt stellen“

Die Frankfurter Buchmesse hat zwei ungewöhnliche Jahre hinter sich. Ein Gespräch mit ihrem Direktor Juergen Boos über die Arbeit unter Pandemie-Bedingungen, die Pläne für das kommende Jahr und die Bedeutung von Übersetzungen. Interview: und

Juergen Boos im Interview © Frankfurter Buchmesse/Jona Ratermann

Direk­tor der Frank­fur­ter Buch­mes­se zu sein, ist kein all­täg­li­cher Job. Woll­ten Sie schon immer was mit Büchern machen? 

Auf jeden Fall. Als Kind war ich süch­tig nach der Stadt­bi­blio­thek und ver­brach­te dort mei­ne Tage. Außer­dem war mein Onkel Buch­händ­ler, ich war also schon immer von Büchern umge­ben. Spä­ter habe ich dann eine Leh­re zum Ver­lags­buch­händ­ler absol­viert und stu­diert. Im Anschluss habe ich im Buch­han­del sowie in lite­ra­ri­schen und wis­sen­schaft­li­chen Ver­la­gen gearbeitet. 

Wel­che Sta­tio­nen waren für Ihre jet­zi­ge Arbeit beson­ders wichtig?

Alle (lacht). Ich hat­te gro­ßes Glück, dass ich sowohl im Buch­han­del, genau­er gesagt in einer lite­ra­ri­schen Uni­ver­si­täts­buch­hand­lung, als auch spä­ter in der Bel­le­tris­tik bei Carl Han­ser oder im Sprin­ger Wis­sen­schafts­ver­lag arbei­ten konn­te. So habe ich ver­schie­de­ne Facet­ten ken­nen­ge­lernt, denn in einem Wis­sen­schafts­ver­lag zu arbei­ten, ist etwas ande­res als in einem Bel­le­tris­tik-Ver­lag – im einen bewegt man sich in der rein eng­lisch­spra­chi­gen Wis­sen­schafts­welt, in der fast nichts über­setzt wird, im ande­ren geht es um hoch­an­spruchs­vol­le deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tur im Ori­gi­nal und in Über­set­zun­gen. Die Bel­le­tris­tik hat auf der Buch­mes­se eine hohe Sicht­bar­keit, aber es gibt noch sehr viel mehr – vom Schul­buch bis zur Lyrik – das wird gern vergessen. 

Die letz­ten zwei Jah­re waren auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie eine Aus­nah­me­si­tua­ti­on. Wie bli­cken Sie auf die­se Zeit zurück? 

In den letz­ten zwei Jah­ren war jeder Tag eine Aus­nah­me­si­tua­ti­on. Im ers­ten Jahr haben wir noch gehofft, dass alles schnell vor­bei­geht. Wir haben zwar ver­sucht, par­al­lel zu pla­nen – digi­tal und phy­sisch, aber immer in der Hoff­nung, dass es bei die­sem einen Aus­nah­me­jahr bleibt. Ins­ge­samt war die hohe Pla­nungs­un­si­cher­heit für das Team der Frank­fur­ter Buch­mes­se sehr belas­tend – und ist es immer noch. Wie jede*r, der im Lite­ra­tur­be­reich selbst­stän­dig ist und nach Unter­stüt­zung sucht, haben wir viel Erfah­rung mit För­der­an­trä­gen gesam­melt. Gleich­zei­tig erhiel­ten wir aber auch gro­ße Unter­stüt­zung und konn­ten span­nen­de Men­schen im digi­ta­len Bereich ken­nen­ler­nen. Außer­dem freut es mich zu sehen, dass es der Buch­bran­che in den letz­ten zwei Jah­ren ins­ge­samt gut ging, ins­be­son­de­re dem Kin­der- und Jugend­buch­be­reich, der sogar gewach­sen ist. Ich habe vor Kur­zem mit spa­ni­schen Kol­le­gen gespro­chen, die eine gro­ße Stu­die durch­ge­führt und her­aus­ge­fun­den haben, dass Jungs im Teen­ager-Alter, die man in der Regel sel­ten mit einem Buch erwischt, mehr lesen als je zuvor. Die Über­füt­te­rung durch das Digi­ta­le führt offen­bar dazu, dass wie­der mehr zum Buch gegrif­fen wird, und zwar nicht zu E‑Books, son­dern tat­säch­lich zum gedruck­ten Buch. Sol­che Ent­wick­lun­gen fin­de ich spannend.

Sie erwähn­ten gera­de, dass Sie auf inter­es­san­te Per­so­nen im digi­ta­len Bereich gesto­ßen sind. Wen haben Sie im digi­ta­len Raum ken­nen­ge­lernt, den Sie sonst nicht getrof­fen hätten?

Es gab das For­mat „The Hof“, benannt nach dem Hotel Frank­fur­ter Hof, der sonst immer ein wich­ti­ger Begeg­nungs­ort für unse­re Gäs­te und Besu­cher war. Wir haben ver­sucht, die­sen Raum digi­tal nach­zu­bil­den und unter Ande­rem Live-Musik, Medi­ta­ti­on sowie the­ma­ti­sche Brea­k­out Ses­si­ons gebo­ten. Auf die­se Wei­se kam es zu span­nen­den Begeg­nun­gen im digi­ta­len Raum: Jun­ge Independent-Verleger*innen aus Argen­ti­ni­en konn­ten mit Lite­ra­tur­schaf­fen­den aus Süd­ost­asi­en spre­chen, und ich war mit­ten­drin. Das war eine berei­chern­de Erfahrung. 

Und was hat digi­tal nicht so gut funk­tio­niert, wie man es sich erhofft hatte?

Es war schwie­rig, Ver­an­stal­tun­gen mit einem Preis­schild zu ver­se­hen und dar­über Ein­nah­men zu gene­rie­ren. Nor­ma­ler­wei­se bezahlt man als Besu­cher dafür, eine*n große*n Autor*in wie bei­spiels­wei­se Sal­man Rush­die live zu erle­ben. Im digi­ta­len Raum funk­tio­niert das weni­ger gut, weil es ein Über­an­ge­bot an digi­ta­len Ver­an­stal­tun­gen gibt und Nutzer*innen von Platt­for­men wie You­Tube es nicht gewohnt sind, für Inhal­te zu zah­len. Zudem zeich­net sich eine gewis­se Ten­denz ab – je spe­zi­fi­scher und nischi­ger das For­mat ist, des­to erfolg­rei­cher. Aus­tausch­ba­re For­ma­te funk­tio­nie­ren über­haupt nicht. 

Aus der Flug­bran­che hört man, dass es Jah­re dau­ern wird, bis sich die Bran­che wie­der auf Vor­kri­sen­ni­veau befin­det. Wann rech­net die Buch­mes­se damit, wie­der so groß zu sein wie vor der Corona-Pandemie? 

Ich den­ke, dass wir schnell wie­der zurück sein wer­den. Die deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tur war Ende Novem­ber Gast­land auf der Buch­mes­se in Thes­sa­lo­ni­ki, davor war ich in Gua­da­la­ja­ra auf der größ­ten Buch­mes­se im spa­nisch­spra­chi­gen Raum in Mexi­ko. Bei­de Mes­sen waren sehr gut besucht, in Gua­da­la­ja­ra hat­te die Buch­mes­se sogar über hun­dert­tau­send Besucher*innen. Natür­lich gab es dort Ein­schrän­kun­gen und Sicher­heits­auf­la­gen. Sol­che Gesund­heits­auf­la­gen wird es auch bei uns wei­ter­hin geben, aber durch die zwei­jäh­ri­ge digi­ta­le Erfah­rung haben die meis­ten Men­schen gemerkt, wie wich­tig es ist, sich per­sön­lich zu tref­fen. Die Sehn­sucht der Leser*innen nach der Inter­ak­ti­on mit Autorin­nen und Autoren ist groß. Wir wer­den daher in Zukunft noch publi­kums­ori­en­tier­ter wer­den, um mehr Begeg­nun­gen zwi­schen Autor*innen und Publi­kum zu ermöglichen.

Die Kon­tro­ver­se um neu­rech­te Ver­la­ge hat die dies­jäh­ri­ge Buch­mes­se über­schat­tet. Konn­ten Sie die Beden­ken der Autorin Jas­mi­na Kuhn­ke nachvollziehen?

Ich kann durch­aus nach­voll­zie­hen, dass sich die Autorin per­sön­lich bedroht gefühlt hat, und ich bedau­re sehr, dass Frau Kuhn­ke sich gegen einen Auf­tritt auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se ent­schie­den hat. Auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se kommt ein aus­ge­reif­tes Sicher­heits­kon­zept zum Tra­gen. Für Per­sön­lich­kei­ten, die einem erhöh­ten Sicher­heits­ri­si­ko aus­ge­setzt sind, erar­bei­ten wir indi­vi­du­el­le Maß­nah­men und set­zen die­se ent­spre­chend um. Auch mit dem Manage­ment von Frau Kuhn­ke wur­den bereits im Vor­feld der Buch­mes­se Abspra­chen zum The­ma Sicher­heit getrof­fen. Aber das sub­jek­ti­ve Sicher­heits­emp­fin­den ist davon nicht zu beein­flus­sen. Wir haben als größ­te inter­na­tio­na­le Buch­mes­se eine Mono­pol­stel­lung, und kön­nen Markt­teil­neh­mern den Zugang zu die­ser Ver­an­stal­tung nicht ohne trif­ti­gen Grund ver­wei­gern. Als Platt­form befin­den wir uns in einer beson­de­ren Situa­ti­on und müs­sen auch Aus­stel­ler zulas­sen, deren Publi­ka­tio­nen und Wer­te wir ent­schie­den ablehnen. 

Man muss dabei beden­ken, dass die Frank­fur­ter Buch­mes­se schon seit Jah­ren als Büh­ne für unter­schied­lichs­te poli­ti­sche Debat­ten dient, und wir ver­su­chen die Welt so kom­plex abzu­bil­den, wie sie auch in Büchern wider­ge­spie­gelt wird. Die Frank­fur­ter Buch­mes­se wird von vie­len Autor*innen als siche­rer Hafen ange­se­hen und genießt in der Hin­sicht eine abso­lu­te Son­der­stel­lung. Aus die­sem Grund wächst unse­re Inter­na­tio­na­li­tät jedes Jahr aufs Neue. Ich kom­me gera­de aus Mexi­ko zurück, wo so vie­le Journalist*innen und Autor*innen im letz­ten Jahr bedroht oder sogar ermor­det wur­den wie in kaum einem ande­ren Land der Welt. Das war zwar auch The­ma auf der dor­ti­gen Buch­mes­se, aber man ist sehr vor­sich­tig, was man sagt. Auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se ist das anders. 

Wür­den Sie die Frank­fur­ter Buch­mes­se als poli­tisch bezeichnen?

Die Buch­mes­se, das Buch ist per se poli­tisch, das geht gar nicht anders. Unser The­ma ist in ers­ter Linie der Schutz des Publi­zie­rens, „the free­dom to publish“. Zudem muss es für Kul­tur­schaf­fen­de mög­lich sein, sich öffent­lich frei zu äußern.

Die Frank­fur­ter Buch­mes­se beleuch­tet vie­le ver­schie­de­ne For­men lite­ra­ri­scher Arbeit. Wel­che Rol­le spie­len Übersetzungen?

Wir wer­den in den nächs­ten Jah­ren Über­set­zun­gen in den Mit­tel­punkt stel­len. Die Frank­fur­ter Buch­mes­se – wie auch die Buch­bran­che im All­ge­mei­nen – lebt von Über­set­zun­gen. The­men wie die poli­ti­sche Kor­rekt­heit von Über­set­zun­gen sind Debat­ten, die uns betref­fen und umtrei­ben. Auch vor dem Hin­ter­grund, dass sich eini­ge Län­der poli­tisch immer mehr iso­lie­ren, gewin­nen Über­set­zun­gen immer mehr an Bedeu­tung. Außer­dem haben wir schon lan­ge einen Schwer­punkt auf der Übersetzungsförderung. 

Auf der Buch­mes­se fin­den sich die unter­schied­lichs­ten Akteu­re der Lite­ra­tur­bran­che. Gehen die Übersetzer*innen da nicht unter?

Übersetzer*innen waren für uns schon immer sehr wich­tig. Das Gast­land ist eines der größ­ten Über­set­zer­för­der­pro­gram­me der Welt. Die För­de­rung des Rech­te­han­dels und die För­de­rung von Über­set­zun­gen ist der wich­tigs­te Bestand­teil des Gast­land-Pro­gramms. Die Gast­län­der set­zen spe­zi­ell für den Ehren­gast-Auf­tritt zuge­schnit­te­ne För­der­pro­gram­me auf. So wur­de von Kana­da die Über­set­zung von 145 Wer­ken kana­di­scher Autoren ins Deut­sche geför­dert, zudem nut­zen auch vie­le Ver­la­ge – unab­hän­gig von der För­de­rung – die gro­ße Auf­merk­sam­keit, die ein Gast­land-Auf­tritt gene­riert und brin­gen Titel von Gastland-Autor*innen her­aus. Im Fal­le Kana­das haben ins­ge­samt 165 Ver­la­ge 400 Neu­erschei­nun­gen auf den deutsch­spra­chi­gen Buch­markt gebracht. Oft­mals ori­en­tie­ren sich die Ver­la­ge an den Emp­feh­lun­gen der Übersetzer*innen. Das allein zeigt, wel­chen Stel­len­wert Übersetzer*innen in der Bran­che haben und dass die­ses The­ma ein zen­tra­ler Bestand­teil der Frank­fur­ter Buch­mes­se ist und sein muss.

Die Sicht­bar­keit der Übersetzer*innen ist ein wich­ti­ges The­ma für die Bran­che. Das Über­set­zer­zen­trum, das den Fokus auf die Über­set­zen­den rück­te, wur­de vor eini­gen Jah­ren mit dem „Inter­na­tio­na­len Zen­trum“ zusam­men­ge­legt. Seit­dem wird hin und wie­der kri­ti­siert, dass es zu wenig Ver­an­stal­tun­gen gibt, bei denen Übersetzer*innen eine Büh­ne bekommen

Wir sind dabei, uns umzu­ori­en­tie­ren, auch im digi­ta­len Raum, und wol­len die Über­set­zer stär­ker mit­ein­an­der ver­net­zen, zum Bei­spiel durch die Unter­stüt­zung  von Über­set­zer­re­si­den­zen. Wir sind auch Mit­in­itia­tor und gro­ßer Unter­stüt­zer von ENLIT, einem euro­päi­schen Über­set­zungs­netz­werk. Zudem bin ich gera­de dabei, Alli­an­zen mit Vertreter*innen aus der Schweiz und Öster­reich zu schmie­den, damit wir uns gemein­sam der Über­set­zungs­för­de­rung anneh­men. Wir unter­stüt­zen auch das Pro­gramm Geis­tes­wis­sen­schaf­ten inter­na­tio­nal, das die Über­set­zung von geis­tes- und sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Wer­ken in die Wis­sen­schafts­spra­che Eng­lisch för­dert. Es gibt also ganz ver­schie­de­ne Ansät­ze, und wir wer­den Wege fin­den, die­se umzusetzen. 

Es besteht dem­nach Inter­es­se, Übersetzer*innen in den Mit­tel­punkt zu rücken, aber es schei­tert auch hier an den finan­zi­el­len Mitteln?

Nein, es pas­siert bereits sehr viel, und wei­te­re Unter­stüt­zung ist unter­wegs. Aber wir müs­sen neue Wege ein­schla­gen, um vie­les noch sicht­ba­rer zu machen, zum Bei­spiel die Über­set­zungs­för­de­rungs­pro­gramm unse­rer zukünf­ti­gen Gast­län­der, die in der Regel 2–3 Jah­re vor dem eigent­li­chen Auf­tritt auf­ge­setzt wer­den müssen. 

Sie haben ein neu­es För­der­pro­gramm ins Leben geru­fen, an dem 20 deutsch­spra­chi­ge Nachwuchsübersetzer*innen teil­neh­men konn­ten. Wel­che Zie­le ver­folgt das Pro­gramm? Und wird es nächs­tes Jahr fortgeführt?

Für das Frank­furt Übersetzer*innen Sti­pen­di­um haben wir eine sehr posi­ti­ve Zwi­schen­bi­lanz zie­hen kön­nen. Wir haben in kür­zes­ter Zeit über 100 Bewer­bun­gen dafür erhal­ten. Die größ­te Hür­de besteht für Berufsanfänger*innen dar­in, sich zu pro­fi­lie­ren und ein Netz­werk mit auf­trag­ge­ben­den Ver­la­gen auf­zu­bau­en. Hier kann die Frank­fur­ter Buch­mes­se eine ent­schei­den­de Unter­stüt­zung bie­ten, indem sie die Übersetzer*innen mit den­je­ni­gen zusam­men­bringt, die auf ihre Arbeit ange­wie­sen sind: den zahl­rei­chen deut­schen Ver­la­gen, die inter­na­tio­na­le Autor*innen ver­öf­fent­li­chen (aller lite­ra­ri­schen Gen­res inkl. Kin­der- und Jugend­buch, Lyrik, Comic und Gra­phic Novel, Thea­ter­tex­te, Sach­buch und Essay) – und zwar aus den unter­schied­lichs­ten Sprach­räu­men. Daher das Programm.

Und wir wol­len das Pro­gramm auf jeden Fall fort­füh­ren und sind dafür wie­der in Gesprä­chen. Wir konn­ten in 2021 von der groß­zü­gi­gen Unter­stüt­zung aus Mit­teln des NEUSTART KULTUR Pro­gramms mit Hil­fe des Deut­schen Über­set­zer­fonds pro­fi­tie­ren. Span­nend ist daher auch, wie sich die Neu­be­set­zung der Minis­ter­pos­ten aus­wirkt. Mei­ner Mei­nung nach gab es in den letz­ten Jah­ren einen Bewusst­seins­wech­sel hin zu der Erkennt­nis, dass Übersetzer*innen eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Des­halb wür­den wir zum Bei­spiel gern besag­te Über­set­zer­re­si­den­zen för­dern, damit mehr Übersetzer*innen die Chan­ce bekom­men, ein paar Mona­te im Land der Spra­che, aus der sie über­set­zen, an ihrem Pro­jekt zu arbeiten. 

Wel­che Über­set­zun­gen haben Sie in die­sem Jahr beeindruckt?

Ich bin oft lan­ge auf Rei­sen, daher habe ich immer eine gro­ße Tasche vol­ler Bücher dabei. Gefal­len hat mir zum Bei­spiel der Roman New York Ghost von Ling Ma (Cul­tur­Books Ver­lag), den Zoë Beck über­setzt hat. Dany Laf­er­riè­re, ein kana­di­scher Autor, und sein Roman Ich bin ein japa­ni­scher Schrift­stel­ler (Wun­der­horn Ver­lag) hat mich in der Über­set­zung von Bea­te Thill eben­falls überzeugt.

Im nächs­ten Jahr ist Spa­ni­en Ehren­gast der Frank­fur­ter Buch­mes­se. Was erwar­tet uns?

Spa­ni­en ist schon jetzt in Hoch­form. Am spa­ni­schen Stand auf der Buch­mes­se in Mexi­ko war über­all das Logo „Crea­ti­vidad des­bord­an­te – Spain Guest of Honour Frank­fur­ter Buch­mes­se“ sehr pro­mi­nent zu sehen. Auch das Über­set­zer­för­de­rungs­pro­gramm läuft bereits seit über einem Jahr und ist sehr gut finan­zi­ell aus­ge­stat­tet. Man war­tet gar nicht erst auf die fünf Tage im Okto­ber, son­dern schickt schon jetzt Autor*innen nach Deutsch­land, die an Ver­an­stal­tun­gen in Leip­zig, Ber­lin oder an der Lit­Co­lo­gne teil­neh­men. Das Gast­land wird im nächs­ten Jahr somit sehr prä­sent sein. Für mich ist inter­na­tio­na­le Lite­ra­tur ohne­hin der Kern der Buch­mes­se und ich hal­te es auch poli­tisch für wich­tig, ande­re Stim­men zu hören. Daher müs­sen wir Übersetzer*innen sicht­ba­rer machen und die poli­ti­schen Dimen­sio­nen von Über­set­zun­gen stär­ker in den Fokus rücken.

Juer­gen Boos

Juer­gen Boos ist seit 2005 Direk­tor und Geschäfts­füh­rer der Frank­fur­ter Buch­mes­se GmbH. Boos wur­de in den 1980er Jah­ren zum Ver­lags­buch­händ­ler beim Her­der Ver­lag aus­ge­bil­det und stu­dier­te Mar­ke­ting und Orga­ni­sa­ti­ons­theo­rie. Er war Mana­ger bei Droemer Knaur, beim Carl Han­ser Ver­lag und bei Sprin­ger Sci­ence und Busi­ness Media (heu­te Sprin­ger Natu­re) sowie bei John Wiley and Sons. Boos ist Prä­si­dent der LITPROM (Gesell­schaft zur För­de­rung der Lite­ra­tur aus Afri­ka, Asi­en und Latein­ame­ri­ka e.V.) sowie Geschäfts­füh­rer der Lit­Cam (Frank­fur­ter Buch­mes­se Liter­acy Campaign).



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